Tomar, eine malerische Stadt im Herzen Portugals, ist ein wahres Paradies für Geschichts- und Kulturliebhaber. Sie liegt im Distrikt Santarém, etwa 140 Kilometer nordöstlich von Lissabon, und ist vor allem für ihre enge Verbindung zum Templerorden sowie für ihre faszinierende Altstadt bekannt.
Die Geschichte von Tomar – Ein Blick in die Vergangenheit
Die Ursprünge von Tomar reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Stadt wurde 1160 vom berühmten Kreuzritter Gualdim Pais gegründet, der im Auftrag des Templerordens handelte. Tomar entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Zentrum der Templer in Portugal. Nach der Auflösung des Ordens im 14. Jahrhundert gingen dessen Besitztümer in den Christusorden über, der wesentlich zur Entwicklung der Stadt beitrug.
Besonders beeindruckend ist, wie sehr die Geschichte der Templer noch immer das Stadtbild prägt. Die engen, gepflasterten Gassen, die alten Häuser und nicht zuletzt das imposante Kloster sind stille Zeugen einer glorreichen Vergangenheit.
Das Convento de Cristo – UNESCO-Weltkulturerbe und architektonisches Meisterwerk
Das wohl bekannteste Wahrzeichen Tomars ist zweifellos das Convento de Cristo. Diese monumentale Klosteranlage thront auf einem Hügel über der Stadt und wurde im 12. Jahrhundert als Festung des Templerordens erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach erweitert und umgebaut, sodass heute verschiedene Baustile – von der Romanik über die Gotik bis hin zum Manuelinischen Stil – bewundert werden können.

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Ein absolutes Highlight ist die sogenannte Charola, die ursprüngliche Templerkirche mit ihrem runden Grundriss und den prächtigen Fresken. Auch das manuelinische Fenster, ein kunstvoll verziertes Steinfenster, zieht Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Das Convento de Cristo wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen und ist ein Muss für jeden Tomar-Besucher.
Die Altstadt von Tomar – Ein Spaziergang durch verwinkelte Gassen
Ein Bummel durch die historische Altstadt von Tomar ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Die gut erhaltenen Straßen sind von weiß getünchten Häusern, kleinen Cafés und traditionellen Läden gesäumt. Besonders sehenswert ist die Praça da República, der zentrale Platz der Stadt, auf dem das Rathaus und die beeindruckende Kirche Igreja de São João Baptista stehen. Hier pulsiert das Leben, und es lohnt sich, eine Pause einzulegen und das Treiben zu beobachten.
In den Seitenstraßen entdeckt man urige Restaurants, in denen regionale Spezialitäten serviert werden, sowie kleine Handwerksläden, die zum Stöbern einladen. Ein weiteres Highlight ist der jüdische Stadtteil mit seiner Synagoge aus dem 15. Jahrhundert, die heute ein Museum beherbergt.
Feste und Traditionen – Das Festa dos Tabuleiros
Tomar ist nicht nur für seine Geschichte, sondern auch für seine lebendigen Traditionen bekannt. Das berühmteste Fest der Stadt ist das „Festa dos Tabuleiros“, das alle vier Jahre stattfindet. Dabei tragen die Frauen der Stadt kunstvoll geschmückte Tabletts mit Brot und Blumen auf dem Kopf durch die Straßen. Dieses farbenfrohe Spektakel zieht Besucher aus ganz Portugal und darüber hinaus an und ist ein unvergessliches Erlebnis.
Natur und Umgebung – Entspannung und Abenteuer

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Auch Naturliebhaber kommen in Tomar auf ihre Kosten. Die Stadt liegt am Fluss Nabão, dessen Ufer zu entspannten Spaziergängen einladen. In der Umgebung gibt es zahlreiche Wanderwege, die durch Pinienwälder und sanfte Hügel führen. Wer es abenteuerlicher mag, kann eine Kanutour auf dem Fluss unternehmen oder die nahegelegene Stausee-Anlage „Barragem do Castelo de Bode“ besuchen, die sich hervorragend zum Schwimmen, Segeln und Angeln eignet.
Wanderung zu den Wasserfällen: Alternativ kann man auch direkt von São Vicente aus wandern. Der ausgeschilderte Wanderweg führt durch dichte Wälder hinab ins Tal zu den Fallstellen und dauert je nach Tempo etwa 30 bis 45 Minuten pro Strecke.
Kulinarische Genüsse – Die Küche von Tomar
Die Gastronomie Tomars ist stark von der ländlichen Tradition Mittelportugals geprägt. Zu den Spezialitäten zählen „Favas de Tomar“ (Ackerbohneneintopf), „Ensopado de Borrego“ (Lammragout) und „Fatias de Tomar“, eine köstliche Süßspeise aus Eigelb und Zucker. In den zahlreichen Restaurants und Tavernen der Stadt kannst du diese und viele weitere Gerichte probieren – oft begleitet von einem Glas regionalen Weins.
Anreise nach Tomar
Um nach Tomar in Portugal zu reisen, empfiehlt sich zunächst die Anreise mit dem Flugzeug nach Lissabon. Vom Flughafen Lissabon gelangt man mit dem Zug oder Fernbus weiter nach Tomar. Die Zugfahrt dauert etwa zwei Stunden und bietet eine bequeme Verbindung. Alternativ kann man auch ein Auto mieten und die landschaftlich reizvolle Strecke über die Autobahn A1 zurücklegen. In Tomar angekommen, sind die Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichbar.

